Medizinische Bedeutung

4.1 Krankheit und Sekundärinfektion

Viele Studien haben sich damit beschäftigt, ob und in welchem Mass Bettwanzen Krankheiten übertragen können. Während an und in Bettwanzen eine ganzen Reihe von Krankheitserregern gefunden werden konnten, gibt es bis heute keinen Beleg dafür, dass sie diese Erreger auf Menschen übertragen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Bettwanzen aus medizinischer Sicht unproblematisch wären. Körperliche Reaktionen auf Bisse/Stiche sind ausserordentlich variabel und können sehr ernste Auswirkungen haben. Bissmarken auf der Haut können wochenlang sichtbar sein und in einigen Fällen zu dauerhaften Entstellungen führen. Nesselsucht und anaphylaktische Reaktionen sind auch nachgewiesen.
Bettwanzen waren an der Ausbreitung von Methicillin‐resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) beteiligt. Es gibt aktuell kaum Belege dafür, dass sie das Bakterium tatsächlich von einem Menschen auf den anderen übertragen. MRSA kommt jedoch in der Umwelt und auf der Haut vieler Menschen relativ häufig vor. Durch Hautverletzungen jeglicher Art können sie daher potentiell in den Blutkreislauf gelangen und eine Infektion auslösen.
Blutarmut (Anämie, Eisenmangel) wurde in Einzelfällen berichtet, bei denen Personen über einen längeren Zeitraum eine hohe Anzahl von Bissen erleiden mussten. Die tatsächliche Häufigkeit einer anämischen Symptomatik durch Bettwanzenbisse ist unbekannt, aber vermutlich gering.

4.2 Psychische und soziale Folgen

Die psychischen Folgen eines Bettwanzenbefalls sind möglicherweise ernst, obwohl sie gegenwärtig kaum verstanden werden. Im Allgemeinen berichten von Bettwanzenbefall betroffene Personen über Schlafmangel und damit verbundene Symptome. Von Bettwanzen verursachte Angstzustände können heftig sein bis hin zu Wahnvorstellungen, dass der Betroffene selbst und/oder seine Umgebung von unzähligen beissenden und krabbelnden Insekten (oft speziell Bettwanzen) heimgesucht wird. Diese Symptome können bis weit nach der erfolgreichen Bekämpfung eines Befalls anhalten. In manchen Fällen müssen Betroffene therapiert werden um diese Angstzustände zu überwinden.